Buch schreiben

Buch schreiben – Die 6 besten Tipps von Buchexperten

Wer ein gutes Buch schreiben will, muss vieles beachten: Von der Validierung einer guten Buchidee, dem Ausarbeiten eines handfesten Buchkonzeptes, einem hochwertigen Schreibstil, der die Leserschaft anspricht bis zur Frage, welchen Wert das Buch für die Zielgruppe stiften soll. Das Meiste gilt dabei unabhängig vom Buchgenre – also für Romane genauso wie für Sachbücher. Denn die einzelnen Buchgattungen haben in der Praxis mehr gemeinsam als allgemein angenommen. So sollte ein gutes Sachbuch immer auch unterhalten und ein guter Roman muss auch gut recherchiert sein.

Vor allem Autor/innen, die das erste Buch schreiben, sehen sich über kurz oder lang Problemen gegenüber und kommen oft gar nicht erst bis zur Veröffentlichung. Wie viele gute Buchprojekte deshalb wohl in Schubladen schlummern? 

Aus diesem Grund geben euch Jeannette Zeuner – Bestseller-Autorin, Schreibcoach und Selfpublishing Expertin – sowie Michael Kaindl – Bestseller-Autor und Verlagsprofi – in diesem Artikel wertvolle Tipps, wie man ein gutes Buch schreibt. Die beiden Buchprofis begleiten seit über 10 Jahren Autor/innen beim Schreiben und Veröffentlichen, damit Bücher zu Leser/innen finden.

1. Was ist das Wichtigste beim Schreiben eines neuen Buches?

Es gibt beim Schreiben eines Buches nicht den einen wichtigsten Punkt, sondern eine ganze Reihe an wichtigen Dingen, die Autor/innen beachten sollten, wenn Sie ein neues Buch beginnen. Hier sind die in unseren Augen 4 wichtigsten Punkte:

  • Zunächst sollte man ein Buch mit einem professionellen Mindset angehen und wie ein Businessprojekt betrachten. Das heisst man sollte dafür unter anderem einen Zeit- und Budgetplan erstellen, wie man das für jedes andere Unternehmensprojekt auch machen würde.
  • Schreibübungen wie das Freewriting und konsequentes tägliches Schreiben helfen dabei, in den „Writers-Flow“ zu kommen und dranzubleiben (siehe auch Antwort zu Frage 5).
  • Prioritäten im Alltag sorgen für weniger Ablenkungen und schaffen freie Zeit zum Schreiben durch das Weglassen von oftmals sinnfreien Beschäftigungen wie den sozialen Medien, Messenger, Fernsehen etc. Merke: Entweder ich will ein Buch schreiben oder nicht!
  • Professionelle Hilfe – zum Beispiel von einem Schreibcoach – hilft dabei, all die kleineren und größeren Hürden auf dem Weg zum eigenen Buch zu überwinden.

2. Worauf kann ich schon beim Schreiben achten, damit mein Buch später ein Erfolg wird? Was muss dafür nach dem Schreiben bzw. nach der Veröffentlichung passieren?

Die Arbeit am Buch sollte idealerweise schon vor dem Schreiben beginnen: Mit fundierten Recherchen zum Buchthema, dem Erfolgspotenzial, Konkurrenztiteln etc. und der Erstellung einer Outline (Inhaltskonzept und -struktur). 

Bei Sachbüchern ist insbesondere eine möglichst tiefgehende Keywordanalyse wichtig. Sie sorgt dafür, nicht am Markt vorbeizuschreiben und das Thema nicht zu breit, sondern spitz anzulegen.

Beim Schreiben sollte man immer wieder auf diese Recherchen und die Outline zurückgreifen, um den roten Faden zu behalten und das Thema nicht auf der Strecke versanden zu lassen.

Ist das Manuskript fertig, gilt es daraus ein professionelles Buch zu machen. Dazu gehören insbesondere Lektorat, Korrektorat, Coverlayout und Buchsatz. Wir empfehlen für diese Aufgaben in jedem Fall auf externe Profis zurückzugreifen: Zum einen wird man als Autor/in “textblind”, d.h. man überliest beim Korrekturlesen die eigenen Fehler. Zum anderen unterscheidet sich das Layout professioneller Bücher von solchen, denen man das Selbstgemachte schon von Weitem ansieht.

Vor der Veröffentlichung sind vor allem Antworten auf die Frage “Was will ich mit meinem Buch erreichen?“ wichtig. Eine möglichst große Reichweite, mein Renommee als Autor/in steigern, optimale Buchhandelsverfügbarkeit, maximale Tantiemen um nur mal 4 wichtige Punkte zu nennen. 

Entsprechend sollte man die Vertriebskanäle auswählen. Wobei für die allermeisten Autor/innen heute das Selfpublishing nicht nur die realistischste, sondern insgesamt betrachtet auch die optimalste Veröffentlichungsform ist. 

Verlagsverträge sind insbesondere für unbekannte Autor/innen nur schwer bis gar nicht zu bekommen und wenn doch sind meist die Konditionen so schlecht, dass man sich das gut überlegen sollte. So gibt man meist alle Verwertungsrechte an den Verlag, ist aber trotzdem für den Löwenanteil der Vermarktung selbst verantwortlich und bekommt dafür nur allerniedrigste Tantiemen. Kein guter Deal für Autor/innen.

Demgegenüber bieten Selfublishing-Anbieter wie zum Beispiel Bookmundo einen guten Mix aus allen obengenannten Bereichen. Man ist zwar auch da für die Vermarktung weitestgehend selbst verantwortlich, behält aber die Kontrolle über die eigenen Rechte am Buch und erhält meist ein Vielfaches der Tantiemen im Vergleich zu einem Verlagsvertrag.

Bei der Veröffentlichung selbst sind neben den bereits angesprochenen Layoutfragen vor allem die sogenannten „Metadaten“ zum Buch wichtig, also Titel, Untertitel, Inhaltsverzeichnis, Buchbeschreibung (Klappentext), Keywords, thematische Rubriken und die Leseprobe, also die ersten Seiten des Buches.

Die Metadaten ergeben sich zum Großteil aus der vorangegangenen Keywordanalyse und der Outline und sie sollten vor der endgültigen Veröffentlichung anhand der Rechercheergebnisse optimiert werden.

Unmittelbar vor und nach der Veröffentlichung des Buches kommt es darauf an, einen möglichst guten Verkaufsstart (Launch) hinzulegen. Wer bereits über eine Newsletter-Liste oder eine namhafte Anzahl an Freunden und Followern auf sozialen Medien verfügt, kann diese Kontakte schon vor der Veröffentlichung ‚heiß‘ auf das neue Buch machen. Unmittelbar nach der Veröffentlichung sollte mit einer Einführungsaktion für möglichst viele initiale Verkäufe gesorgt werden. Auch Facebook- und Amazon-Ads können in dieser Startphase sinnvoll sein, um das neue Buch möglichst stark zu pushen. Das gilt sogar dann, wenn die anfänglichen Werbekosten höher sind als die Tantiemen. Denn in dieser initialen Phase geht es noch nicht um optimale Erträge, sondern darum, dem Buch möglichst nachhaltigen Rückenwind zu bescheren. Bücher, die einmal einen der vordersten Plätze in den Suchmaschinen der Buchshops erreicht haben, behalten diesen meist für lange Zeit, weil durch das gute Ranking viele Verkäufe generiert werden und diese Verkäufe wiederum dafür sorgen, dass das gute Ranking bleibt.

Alles weitere ist alltägliche Vermarktungsarbeit, die Autor/innen leider leisten müssen, wenn sie wollen, dass ihr Buch langfristig ein Erfolg bleibt. Kooperationen suchen, Fragen in thematisch zum Buch passenden Foren und Gruppen kompetent beantworten (und in der Fußzeile dezent auf das eigene Buch hinweisen), Pressearbeit etc. 

Wie bei vielen Dingen im Leben kostet diese Vermarktungsarbeit entweder Zeit oder Geld. Wobei auch hier wie beim Layout zumindest in Teilbereichen professionelle Hilfe sinnvoll ist. Zum Beispiel bei der sauberen Einrichtung von Anzeigenkampagnen bei Amazon oder Facebook oder bei der Pressearbeit.

3. Was macht in euren Augen ein gutes Manuskript aus, das sich später auch verkauft? 

Um die Qualität und die Erfolgsaussichten eines Buchmanuskriptes zu beurteilen, schauen wir uns zunächst das Kurzkonzept zum Buch an: Warum will die Autorin/der Autor ein Buch schreiben? Was will sie/er für sich selbst erreichen? Was sollen die Leser/innen von der Lektüre haben? Hintergrund ist, dass es gute und weniger gute Gründe gibt, ein Buch schreiben zu wollen.

Ein paar Beispiele: Ein Buch nur für sich selbst schreiben zu wollen, ist zwar legitim, aber uns zu wenig. Am anderen Ende – ein Buch schreiben zu wollen, um schnell und einfach reich zu werden, ist ein schöner Traum, aber eben auch unrealistisch.

Ein guter Grund für ein Sachbuch ist es zum Beispiel, seine eigene Expertise auf einem Gebiet zu unterstreichen, um so sein Coaching- oder Beratungsbusiness voranzubringen.

In einem weiteren Schritt lesen wir das Manuskript dann quer und prüfen dabei vor allem den Schreibstil sowie Rechtschreibung und Grammatik. Außerdem checken wir das Potenzial des Buches, also Fragen wie ‚ist das Buchthema ein Buchthema‘ und ‚wie groß ist die Konkurrenz‘ etc. Dazu gehört bei uns auch eine Keywordanalyse anhand derer wir sehen, wie man Titel und Kapitelüberschriften gegebenenfalls optimieren kann.

4. Wie bleibe ich dran und schaffe es mein Manuskript zu beenden? Habt ihr Tipps, wie Autor/innen effektiver schreiben können und schneller ihre Ideen aufs Papier bringen?

Wenn wir hier nur einen einzigen Tipp geben dürften, wäre es dieser: Arbeite täglich an deinem Buch, aber für maximal 1-2 Stunden und nutze dafür die ersten Stunden des Tages, wenn du noch frisch bist. Die Morgentoilette, eine Yogaeinheit und das Frühstück vorab sind ok, aber setzen dich an dein Buch, noch bevor du deine Mails, dein Messenger oder deine sozialen Medien checkst oder irgendetwas anderes tust!

Wir sagen bewusst ‚am Buch arbeiten‘, denn das muss nicht zwingend ‚schreiben‘ bedeuten. Auch Recherchen oder die Erstellung / Überarbeitung der Outline zählen. Wichtig ist, dass die Arbeit an deinem Buch zur Morgenroutine wird wie das Zähneputzen.

Eine fortgeschrittene Technik speziell für Sachbücher ist die Beantwortung von Fragen in Diktatform. Dabei erfassen du dein Buchthema möglichst weitgehend in Form von vielen Fragen, zu denen du die Antworten anschließend diktierst. Diese Antworten lässt man anschließend transkribieren und editieren und bringt sie dann in eine sinnvolle Reihenfolge für ein Buch.

Diese Technik erfordert allerdings einiges an Disziplin und Nacharbeiten und liegt deshalb nicht allen.

5. Was sind eurer Meinung nach die wichtigsten Elemente eines guten Sachbuches? 

Eine gute Frage, weil landläufig oft andere Dinge für wichtig oder problematisch angesehen werden, als es in der Realität der Fall ist. Da einige der Antworten bereits in vorangegangenen Fragen beantwortet wurden, konzentrieren wir uns hier nur noch auf Stichpunkte:

  • Fundierte Recherchen zum Buchthema u.a. um Antworten auf die wichtigen Fragen ‚gibt es eine Nachfrage zum Buchthema‘ und ‚wie groß ist die Konkurrenz‘ zu finden
  • Zugang zur Zielgruppe (Autor/innen sollten idealerweise Teil der Zielgruppe sein)
  • Klare und leicht verständliche Struktur und Argumentation
  • Praktische Anwendbarkeit und Nutzen im Leben der Leser/innen (Thema ‚Transformation‘!). Merke: Kein Mensch will ein Sachbuch lesen, sondern mit der Lektüre irgendetwas erreichen!

6. Welchen unverzichtbaren Tipp habt ihr für Romanautor/innen, damit deren Buch vielleicht der nächste Harry Potter wird? 

Auch hier gilt vor allem: Schreibe das, was du selbst gerne lesen möchtest und in dem Genre, in dem du dich zuhause fühlst. Dabei sollte deine Buchidee originell sein und kein Abklatsch von schon ähnlich existierenden Büchern. Bleibe immer authentisch beim Schreiben und vertrauen deinen Geistesblitzen. Jeder gute Romanautor weiß, wenn man einmal im Flow schreibt, entwickelt sich die Geschichte oft von alleine und es kommen wie von Zauberhand die besten Plot Twists durch, die man als Autor selbst hat noch gar nicht kommen sehen ;-). 

Eine gute Idee ist es immer, sich an die „Heroes Journey“ zu halten. Das Konzept der Heldenreise wurde von Joseph Campbell entschlüsselt, demnach basieren alle guten Heldengeschichten auf der gleichen Struktur. Wer also gutes Storytelling in seinem Buch umsetzen möchte, kommt an der Heroes Journey nicht vorbei. Auf dieser Struktur basieren auch alle Hollywood Blockbuster Skripts. 

Speziell, wenn man vor dem Schreiben den roten Faden und die Outline für sein Buch ausarbeiten möchte, kann es eine gute Idee sein, sich an den Schritten der Heldenreise für seine Protagonisten zu orientieren. 

Eine gute Kenntnis der zukünftigen Leser – also der Zielgruppe – ist ebenfalls wichtig. Wenn in einem Fantasyroman plötzlich alle Protagonisten bisexuell und polygam sind, die Zielgruppe aber eher normale verheiratete Frauen sind, die dem Kinderalltag mit einem guten Fantasybuch flüchten wollen, kann das schon abschreckend wirken, auch wenn die Handlung sonst gut ist. Es geht darum, gut ausgearbeitete Charaktere mit Tiefe (Charakterprofil) schon vor dem Schreiben zu erstellen, mit denen der Leser sich emotional identifizieren kann. 

Weitere Tipps und viele handfeste Informationen aus dem Schreiballtag findest du im Buch:

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Dies ist ein Gastbeitrag von Jeannette Zeuner, Inhaberin der Agentur BookDesigns und SelfpublishingExpertin. Sie ist spezialisiert auf Serviceleistungen für Autoren, die ihr Buch selbst veröffentlichen möchten, z. B. mit einem Books on Demand Verlag
oder direkt auf eBook-Plattformen. BookDesigns unterstützt Autoren und Verlage mit Buchgestaltung, Coverdesign, eBook-Programmierung und begleitet sie auf dem Weg zur Veröffentlichung. Als Autorin veröffentlicht sie ebenfalls Bücher im eigenen Verlag oder als Ghostwriterin und sie ist Betreiberin des Online-Magazins: www.buchveroeffentlichen.com

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