Es ist leicht zu unterschätzen, wie wichtig ein gut gestaltetes Buchcover ist, wie wir in mehreren unserer Buchcover– und Marketingbeiträgen bereits erklärt haben. Leider ist für viele angehende Autoren das Thema rund um das eigene Buchcover selbst gestalten, ein sehr anspruchsvoller Aspekt bei der Veröffentlichung des eigenen Buches und kann schnell zu einem Laster werden. Um das Problem einfach und schnell zu lösen beauftragen einige Self-Publishing-Autoren gerne mal einen professionellen Coverdesigner oder Grafiker, der die Gestaltung des Buchcovers dann übernehmen darf. Dies ist eine einfache und oft sehr effektive Lösung; wenn ihr klar mit eurem Designer kommuniziert stehen die Chancen gut, dass ihr am Ende ein schön gestaltetes Cover erhaltet, welches euer Buch perfekt repräsentiert. Allerdings ist die Beauftragung eines Profis für die Gestaltung des Buchumschlages für viele Autoren, die ihre Bücher oft mit einem begrenzten Budget schreiben und veröffentlichen müssen, keine Option. Daher gestalten Autoren im Selbstverlag in der Regel ihr Buchcover selbst. Doch selbst wenn ihr euch die Zeit genommen habt, den Umgang mit einem Design-Programm zu erlernen, ist es nicht immer einfach die Idee, die ihr im Kopf habt, zu visualisieren. Wenn ihr zu den Autoren gehört, die Schwierigkeiten haben, professionell aussehende und ästhetisch ansprechende Buchcover zu erstellen, macht euch keine Sorgen. Ihr seid definitiv nicht allein. Was macht man also, wenn man sein eigenes Buchcover gestalten will, aber den professionellen Look nicht ganz hinbekommt? Unserer Erfahrung nach ist es etwas, das die Qualität eines Buchcovers wirklich verbessern kann, wenn man sich die Denkweise eines Grafikers zu eigen macht. Schon die Anwendung einiger Faustregeln kann eure Fähigkeiten zur Covergestaltung drastisch verbessern – was eure Verkaufszahlen spürbar steigern kann. In diesem Sinne hatten wir kürzlich das Vergnügen, mit Mila, der talentierten Grafikerin hinter Mila Book Covers, über die Gestaltung von Buchcovern zu sprechen. Wie der Name schon sagt, ist Mila auf die Gestaltung professioneller Buchcover für Autoren spezialisiert und wie diejenigen von euch, die auf ihren Website-Link geklickt haben, könnt ihr sehen, dass ihre Cover absolut umwerfend sind.
Mila war so großzügig, uns einige allgemeine Tipps für angehende Autoren/Coverdesigner mitzuteilen. Da sie Cover für Bücher wie die der internationalen Bestsellerautorin Kaydence Snow gestaltet hat, könnten wir nicht begeisterter sein, wenn wir einen Blick über ihre kreative Schulter werfen dürfen. Wir hoffen, dass das folgende Interview euch inspiriert und hilft, eure eigenen Fähigkeiten im Bereich Coverdesign zu entwickeln und zu verbessern. Denn schließlich beurteilen wir ein Buch vor allem nach seinem Aussehen/Cover!

Bookmundo:
Die Gestaltung von Buchumschlägen ist ein ganz besonderer Bereich, auf den man sich spezialisieren sollte – gibt es einen besonderen Grund, warum Sie sich darauf konzentrieren? Wie lange machen Sie das schon?

Mila:
Meine Buchcover-Karriere hat rein zufällig begonnen, würde ich sagen. Lange Rede kurzer Sinn, ich war in einem anderen Gebiet und eines Tages stieß ich auf einen Buchcover-Wettbewerb und da ich Bücher liebte (hier kommt der lustige Teil – bevor ich anfing, an Buchcovern zu arbeiten, habe ich nie ein Buch nach seinem Cover beurteilt (ja, ich war in der Minderheit). Das heißt, ich würde nie ein Buch mit einem wirklich sehr schlechten und unprofessionellen Buchcover aufgreifen, aber ansonsten würde ich nicht viel auf das Design achten. Unnötig zu sagen, dass ich jetzt alle Bücher nach ihrem Cover beurteile, haha). dachte ich, es wäre wirklich interessant zu versuchen, Bücher lebendig zu machen. Die Idee, die Geschichten der Bücher zu “kontrollieren”, erschien mir überzeugend. Ich wurde sofort irgendwie süchtig und habe seitdem nicht aufgehört, Buchcover zu entwerfen. Das war vor 6 Jahren und bis heute, selbst nachdem ich mehr als 500 Buchcover gestaltet habe, habe ich immer noch dieselbe Leidenschaft und Liebe für das Gestalten von Buchcovern wie am Anfang. Das Gestalten von Buchumschlägen ist zu einem normalen Teil meines Alltags geworden und ein Job, der mich glücklich macht.

Bookmundo:
Für viele Self-Publishing-Autoren ist das Schwierigste an der Gestaltung eines Covers für die eigenen Bücher, dass sie nicht wissen, wie sie anfangen sollen. Könnten Sie uns deshalb Ihren kreativen Prozess von der ersten Beratung über die Inspiration bis hin zur Gestaltung beschreiben?

Mila:
Mein Prozess variiert je nach dem Genre eines Buches, an dem ich arbeite. Aber egal, an welchem Genre ich arbeite, ich frage immer nach ein paar Anweisungen, z.B. ob es etwas Bestimmtes gibt, das der Autor/Verleger auf dem Cover sehen möchte oder etwas, das ich nicht auf das Cover setzen sollte. Oder wenn das Buch ein Sachbuch ist, ob sie wollen, dass das Cover ernst, oder traurig, oder lustig und ansprechbar aussieht, etc. Ich fange immer von dort an und wenn ich “Nein” und “Ich weiß nicht” als Antwort auf diese Fragen bekomme, weiß ich, dass sie wissen, dass sie in guten Händen sind und dass sie meiner Expertise vertrauen. Der Rest liegt beim Autor/Herausgeber, ob ihnen das, was ich erstellt habe, sofort gefällt oder ob es einige Änderungen gibt, die sie gerne von mir am Design hätten. Schlüsselelement ist eine Vorabkommunikation.

Bookmundo:
Welche Programme verwenden Sie zur Erstellung Ihrer Cover?

Mila:
Ich benutze Adobe Photoshop. Für die Art von Arbeit, die ich mache, halte ich Photoshop für das beste Programm auf dem Markt.

Bookmundo:
Was ist Ihrer Erfahrung nach der häufigste Fehler, den Autoren bei der Gestaltung von Buchumschlägen machen?

Mila:
Meiner Meinung nach ist der häufigste Fehler, den Menschen bei der Gestaltung von Buchcovern machen, definitiv die Verwendung von schlechten, falschen und veralteten Schriften. Wenn man einen offensichtlichen Schlagschatten (ein visueller Effekt, der aus einem Zeichenelement besteht, was den Eidruck erwecken soll, dass das eine Objekt über dem anderen liegt) hinzufügt, erhält man ein “DIY – aussehendes” Cover. Auch die Verwendung von nicht komplementären Farben zerstört das Cover ziemlich stark, ebenso wie die Verwendung vieler Farben. Zweifellos ist auch das Hintergrundbild, das ihr erstellt, sehr wichtig und es muss gut gemacht und auffällig sein. Der entscheidende Fehler jedoch sind die Schriften, denn egal ob das Hintergrundbild gut ist, wenn ihr mit den Schriften falsch liegt, ruiniert ihr das ganze Cover, was dazu führt, dass euer Cover unprofessionell aussieht, was dann zu Verlusten beim Verkauf führt.

Bookmundo:
Gibt es irgendwelche allgemeinen Tipps oder Richtlinien, von denen Sie glauben, dass Amateur-Cover-Designer davon profitieren würden?

Mila:
Bitte fügt keine offensichtlichen Schlagschatten hinzu und verwendt z.B. keine “Horror”-Schriftarten bei Geschäftsbüchern oder “Spaß”-Schriftarten bei Psychodrama-Büchern. Außerdem solltet ihr ein Buchcover nicht durch das Hinzufügen so vieler Elemente und die Verwendung so vieler Farben und Schriften auslasten. Einfachheit ist euer Freund. Eine gute Balance und einen tollen Kontrast zu schaffen, ist ein Weg, den man gehen sollte. Dies sind die Schlüsselelemente, zu denen jeder Designer stehen sollte

Bookmundo:
Zu guter Letzt, haben Sie ein Lieblingsgenre, wenn es um die Gestaltung von Buchumschlägen geht?

Mila:
Ich habe kein Lieblingsgenre, ich liebe es, an allen Büchern zu arbeiten, die mir die Freiheit geben, kreativ mit den Einbänden zu sein. Es spielt wirklich keine Rolle, ob das Buch eine Belletristik oder ein Sachbuch ist und ob es aus einer Selbsthilfe-, Geschäfts- oder Religionskategorie stammt oder ob es ein Frauenliteratur, ein Roman, ein Psychothriller oder eine Kurzbiografie ist – ich arbeite gerne an jedem. Allerdings habe ich ein unbeliebtestes Genre und das ist Sci-Fi – ich mache selten Sci-Fi-Buchcover.

Und damit wäre unser Interview auch schon zu Ende.
Wir hoffen, der Einblick in Milas kreativen Kopf wird euch beim gestalten eures Buchcovers weiterhelfen!

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