Willkommen zurück auf unserem Blog. Unser heutiges Thema lautet: “Manuskript erstellen”.

In diesem Blogpost soll es um dein „Manuskript “ gehen. Das Wort selbst klingt für viele beim ersten Hören ein wenig veraltet. Im ursprünglichen Sinn beschreibt es einen handgeschriebenen Text; auf einer mobilen Unterlage wie Papier, Pergament oder Papyrus mit Tinte geschrieben. Das Wort Manuskript bezog sich also ursprünglich vor allem auf handgeschriebene Texte.

Mit der Erfindung der Druckerpresse wurde das Wort Manuskript jedoch nicht mehr nur für handgeschriebene, sondern auch für gedruckte Texte genutzt. Inzwischen wird es hauptsächlich für literarische Texte verwendet, die von Autoren geschrieben wurden. Dabei ist es nicht mehr wichtig, ob die erste Version per Hand geschrieben wurde.

Die Frage, der wir uns hier widmen wollen, ist aber natürlich nicht die nach der Bedeutung des Wortes. Stattdessen geht es um eine Frage, die sich viele Autoren stellen müssen: Wie kann ich ein perfektes Manuskript erstellen? Was muss ich bei meinem Manuskript beachten, damit es nicht nur gut aussieht, sondern auch keine Probleme im Druck verursacht?

Dies ist ein relativ neues Problem. In der Vergangenheit lag die Schwierigkeit darin, das Manuskript so zu gestalten, dass es von einem Verlag akzeptiert wurde. Der Verlag kümmerte sich dann um den Rest – man musste sich keine Sorgen um den Druck machen. Wenn man sich allerdings als Selfpublisher versucht, sieht der Prozess etwas anders aus. Abgesehen von Korrektorat und Lektorat, bei denen ein „frisches Paar Augen“ immer gut ist, gilt:

Alles, was ein Verleger tun kann, kannst du auch selbst!

Es gibt nämlich mehrere Wege ein druckfertiges Manuskript erstellen kann. Manche einfacher und manche schwieriger. Bei er Wahl hängt vieles davon ab, was man genau vorhat.

Professionelle Autoren verwenden häufig Programme wie Adobe InDesign oder Quark. Mit solchen Programmen lassen sich vor allem illustrierte Manuskripte perfektionieren. Die Möglichkeiten damit sind sicherlich vielfältiger und ergiebiger als mit einem Textverarbeitungsprogramm wie Microsoft Word. Trotzdem verwenden weltweit die meisten Menschen Word als Programm zur Erstellung von Manuskripte. Deshalb beziehen sich die Tipps in diesem Blog auf die Funktionalitäten bei Word. Die gute Nachricht: mit Microsoft Word ist deutlich mehr möglich, als man auf den ersten Blick manchmal denkt.

Wichtig dabei ist, dass für eine gute Manuskript-Erstellung das offizielle Microsoft Word unerlässlich ist. In einigen Fällen kann man auch mit der kostenlosen Open Office-Variante arbeiten. Open Office sorgt aber in vielen Fällen für unlösbare Probleme bei der endgültigen Manuskriptkonvertierung in PDF, weshalb sich dieses Programm aus unserer Sicht für die Erstellung eines druckfertigen Dokuments nicht empfiehlt.

In den letzten Jahren haben wir tausende Manuskripte von Autoren gesehen. Dabei haben wir immer versucht den mühseligen Weg zum fertigen Manuskript so gut wie möglich zu unterstützen.

Aus dieser Erfahrung möchten wir hier die wichtigsten Fehler und Probleme hervorheben, die wir in der Praxis erleben:

  1. Falsches Basis-Format: z.B. Versuch aus einem A4-Manuskript ein Taschenbuchformat zu erstellen
  2. Manuskript ohne Beschnitt erstellen
  3. Falscher Satzspiegel und Verwechslung von linken und rechten Seiten
  4. Fehlende oder falsch platzierte Seitenzahlen
  5. Verschobene Bilder bei der druckfertigen PDF-Konvertierung
  6. Schriftarten sind nicht eingebettet
  7. Unerklärliche Leerseiten bei der druckfertigen PDF-Konvertierung

In diesem Blog werden wir den verschiedenen Möglichkeiten nachgehen, mit denen sich ein perfektes Manuskript erstellen lässt und wie solche Fehler vermieden werden können. Dabei möchten wir auch auf die vielen großartigen Tutorials verweisen, welche es im Internet bspw. auf YouTube gibt. Mit diesen kann man einfach Schritt für Schritt den detaillierten Arbeitsprozess verfolgen und selbst umsetzen.

1. Wie kann ich ein Taschenbuch aus einem A4-Manuskript erstellen?

Es gibt zahlreiche Autoren die viel Arbeit und Zeit in ihr Werk investiert haben. Gedanken um das Buchformat werden dabei am Anfang oft nicht gemacht. Am besten sollte man deswegen entscheiden, in welchem Buchformat man letztlich publizieren möchte, bevor man mit der Erstellung des Manuskripts loslegt. Welches Buchformat gewählt wird, ist weitestgehend frei zu entscheiden. Natürlich sollte dabei bedenken, dass es in keiner Buchhandlung einen A4-Krimi gibt. Gleichzeitig wird Unterrichtsmaterial kaum als Taschenbuchformat veröffentlicht. Das Format sollte zur Zielgruppe und zu den Genrevorgaben passen. Das Manuskript muss anschließend dem gewünschten/ geforderten Buchformat angepasst werden.

Dieses Tutorial zeigt in 50 Sekunden wie das Buchformat (im Word 2016) angepasst werden kann. Beachte bitte, dass sich die Schaltflächen in verschiedenen Wordversionen manchmal an unterschiedlichen Stellen befinden. Auch dafür gibt es aber ähnliche YouTube Anleitungen.

2. Was ist Beschnitt & wie viel Beschnitt brauche ich für ein gedrucktes Buch?

Der Beschnitt (manchmal auch „Anschnitt“) ist ein notwendiger Rand, der in der Druckerei „abgeschnitten“ wird. Logischerweise gibt es diesen Beschnitt lediglich an den Außenseiten eines Buches. An der Buchfalz (dort, wo das Buch geklebt oder zusammengenäht wird) gibt es also keinen Beschnitt. Wie groß der Beschnitt sein soll, hängt von der Druckerei ab. In den meisten Fällen wird mit 3 mm oder 2 mm gerechnet.

Ein Beispiel: Ein Autor möchte ein Taschenbuchformat: 120×190 mm. Dazu braucht er 3 mm Beschnitt. Das Format, das in seinem Bearbeitungsprogramm (z.B. Word oder InDesign) eingestellt werden muss, beträgt dann also 123×196 mm (120×190 mm + 2×3 mm Beschnitt). 3 mm für die linken, bzw. die rechten Außenseiten und 3 mm zur Unterkante und 3 mm zur Oberkante.

In diesem Zusammenhang ist auch der Begriff „Schnittmarke“ wichtig. Viele Druckereien verlangen Schnittmarken im Manuskript, damit deutlich ist, wo das Messer angesetzt werden muss. Diese Funktionalität fehlt bei Word leider. Es bräuchte dafür ein Programm wie InDesign oder eine Druckerei, die dies nicht voraussetzt. Aber keine Sorge: Auf Plattformen wie Bookmundo.de wird das Dokument automatisch konvertiert und dabei die Schnittmarken im Hintergrund ergänzt. Als Autor braucht man sich darum also nicht zu kümmern.

3. Wie stelle ich den richtigen Satzspiegel ein?

Im Bezug auf den Satzspiegel scheiden sich die Geister. Vieles hängt vom persönlichen Geschmack ab. Gemeint sind die freien weißen Flächen um den Satzspiegel (Text/ Illustrationen) herum.

Unser Tipp: nehmen Sie einfach mal einige Bücher aus Ihrem Bücherschrank und ein Lineal dazu. Wählen Sie dann den Abstand, welcher Ihnen am besten gefällt. Dann entsprechend das Manuskript anpassen. Der Freiraum zum Rand auf der späteren Innenseite des Buches muss sich bei einer steigenden Seitenanzahl vergrößern. Für die Bindung wir nämlich Raum benötigt, die sogenannte Bindekorrektur. Bei Word kann man dies als „Bundsteg“ einstellen.

Im Internet findet man zum Satzspiegel quasi wissenschaftliche Vorträge, aber das muss man sich nicht unbedingt antun. Bei Word gibt es jedenfalls eine rechte einfache Lösung womit gleichzeitig auch das Links-Rechts-Problem gelöst wird. Das nächste Video erklärt, wo/wie man die Seitenränder einstellt.

So kann man seine gewünschten Abmessungen eingeben.

Als Faustregel (Angaben mit Beschnitt) kann man folgende Eingaben eingeben:

Oben: 1,8 – 2,1 cm
Unten: 2,8 – 3,3 cm
Außen: 2,3 -2,8 cm
Innen: 1,5-1,8 cm

Bundsteg (Bindekorrektur):

  • < 150 Seiten: 0,6 cm
  • < 300 Seiten: 1,0 cm
  • < 500 Seiten: 1,2 cm
  • Ab 500 Seiten: 1,5 cm

Da in einem Buch die Seitenränder immer gespiegelt sind, wählen Sie unter „Seiten“ im Dropdown-Menü „Mehrere Seiten“ die Option Gegenüberliegende Seiten aus. Wählen Sie unter „Vorschau“ im Dropdown-Menü „Übernehmen für“ die Option Gesamtes Dokument aus.

Mit diesen Einstellungen fängt der Buchinnenteil auf der rechten Seite an und zählt so immer weiter durch.

4. Wie erstelle ich meine Seitenzahlen bei Word korrekt?

Die Seitenzahlen einzufügen kann etwas kniffelig sein, aber mit den folgenden Informationen solltest du ein gutes Ergebnis erzielen können.

Die Einstellungen solltest du dabei vornehmen:

  • Seiten- und Abschnittsumbrüche im Seitenlayout-Menü einfügen, damit die Seitenzahl nicht auf der ersten Seiten angezeigt wird oder sogar anfängt. Dazu gibt es hier ein super einfaches Tutorial.
  • Falls du die Seitenzahlen nicht mittig positionieren möchtest, sondern rechts bei den rechten Seiten und links bei den linken Seiten, geht das über die Einstellung Gerade & ungerade Seiten unterscheiden. Dafür einfach unten auf der Seite doppelklicken. Mehr Info dazu gibt es hier.

 5. Bilder im Manuskript verschieben sich im PDF. Was tun?

Schreibst du Fließtexte ohne Illustrationen oder benutzt du InDesign oder Quark? Dann wirst du dieses Problem nicht kennen. Microsoft-Word Benutzer hingegen kämpfen damit leider regelmäßig.

Ursache ist, dass die Bilder nicht richtig positioniert werden. Über das Menü Einfügen bei Word kann man seine Bilder einfach einfügen. Sobald ein Bild eingefügt wird, öffnet sich automatisch das Format-Menü mit der recht merkwürdigen Option Zeilenumbruch. Hier sollten Sie bevorzugt die Option mit Text in Zeile wählen. Problematisch sind jedenfalls die Optionen Vor den Text und Hinter den Text.

Dabei sollte man beachten, dass für ein Buch am besten eine PDF angeliefert oder hochgeladen werden sollte. Dann verschiebt sich in der Regel nichts mehr. Allerdings passiert es regelmäßig, dass bei der PDF-Abspeicherung durch interne Formatierungsfehler Formatierungen verschoben werden. Diese sind oft kaum erkennbar.

Für die PDF-Speicherung von Word-Dateien empfehlen wir 3 Alternativen:

PDF erstellen mit dem integrierten ISO-Standard

  1. Zum Reiter Menü
  2. auf Speichern unter klicken
  3. Ordner wählen
  4. im Dropdown-Menü speichern unter PDF wählen
  5. bevor man abspeichert auf den Button Optionen klicken
  6. dort unter PDF-Optionen ISO 19005-1 kompatibel (PDF/A) wählen
  7. abspeichern.

PDF erstellen mit dem kostenlosen CutePDF

  1. CutePDF-Programm herunterladen und installieren: http://www.cutepdf.com/Products/CutePDF/writer.asp
  2. nach der Installation zu Word wechseln
  3. zum Reiter Menü .
  4. auf Drucken klicken
  5. bei Drucker die Option CutePDF Writer auswählen
  6. auf Drucken klicken
  7. Datei als PDF im gewünschten Ordner mit Dateinamen abspeichern.

PDF erstellen mit dem kostenlosen PDF Creator

PDF Creator ist ein ausführlicheres PDF-Programm mit sehr vielen nützlichen Funktionen. Allerdings ist es auch etwas aufwändiger. Dieses PDF-Programm erzielt aber bei komplexen Word-Dateien die besten Ergebnisse.

  1. PDF Creator runterladen und installieren: http://www.pdfforge.org/pdfcreator
  2. nach der Installation zur Word wechseln
  3. zum Reiter Menü 
  4. auf Drucken klicken
  5. bei Drucker die Option PDFcreator auswählen
  6. auf Option Druckereigenschaften klicken
  7. auf erweitert klicken
  8. Du gelangst ins Einstellungsfenster, wo du folgende Angaben machen musst
  9. Papierformat einstellen: dein Buchformat (Größe der angepassten Seite) plus z.B. 6mm Beschnit für die “Höhe” und 3mm für die “Breite”
  10. DPI auf 300 einstellen
  11. ICM Farbmanagement: ICM durch Host ausführen
  12. TrueType: im Reiter die Einstellung “DOWNLOAD Schriftart”/ “Runterladen als Schriftart” wählen
  13. zwei mal auf die OK-Taste klicken
  14. auf Drucktaste klicken und PDF im gewünschten Ordner mit Dateinamen abspeichern.

6. Wieso wird meine Schriftart nicht in die PDF eingebettet?

Dies ist ein typisches Beispiel einer nicht ausreichenden PDF-Erstellung, z.B. über die normale PDF-Speicherfunktion bei Word. Die Schriftart muss in die PDF quasi hinein geladen und abgespeichert werden. Das geht nicht über die normale PDF-Funktion. Hier einfach das PDF mit einer der oben genannten 3 Alternativen unter Punkt 5 abspeichern, um dieses Problem sicher zu umgehen. Damit lässt sich ein fehlerfreies Manuskript erstellen.

7. Ich habe plötzlich Leerseiten bei der Konvertierung zu PDF?

Leerseiten können viel Ärger bereiten, da diese im Original-Dokument nicht angezeigt werden aber trotzdem im hinterlegten Programm-Code enthalten sind. In allen Fällen hat es etwas mit den Seitenumbrüchen zu tun, gerne auch in Kombination mit Illustrationen. Hier hilft wirklich nur eins: ausprobieren, bis es geht. Word ist an dieser Stelle einfach nicht ganz nachvollziehbar.

Klicke auf Strg+*, damit du alle Absatzmarken und ausgeblendete Formatierungssymbole angezeigt bekommst. Schaue, wo überall Umbrüche angezeigt werden. Es hilft oft, wenn du die Umbrüche herausnimmst oder anders platzierst. Verwende dafür die diversen Optionen, welche es für die Seiten-und Abschnittsumbrüche gibt. Einen anderen Weg gibt es hier aus unserer Sicht leider nicht. Über eventuelle Lesertipps oder gute Kommentare würden wir uns aber immer freuen!

Tipps zum Abschluss

  • die am besten lesbaren Schriftarten sind Times New Roman, Arial, Calibri oder Helvetica
  • die am einfachsten zu lesenden Schriftgrößen sind 12pt für Times New Roman, 10pt für Arial und 12pt für Helvetica. Für ein A5 Buchformat ist es aber manchmal von Vorteil, eine kleinere Schriftart zu nehmen
  • jedes Kapitel auf einer neuen Seite beginnen
  • Schriftgröße des Untertitels erhöhen, um ihn hervorzuheben
  • Zeilenabstand hängt vom Lesekomfort des Lesers ab; unsere Empfehlung liegt zwischen 1,1 bis 1,5
  • beim Hochladen des Manuskripts auf eine Seite wie Bookmundo.de sollte das Manuskript keinen Deckel/ keine Coverdatei enthalten. Diese wird separat vom Manuskript geladen

Fazit

Mit den beschriebenen Tipps und Tricks wird es möglich, auch ohne teure Programme ein einwandfreies Manuskript auf die Beine zu stellen. Am besten probierst du dich einfach mal durch. Du wirst merken, dass du Schritt für Schritt zu einem besseren Ergebnis gelangst. Wenn es dann immer noch Probleme gibt, kannst du dich natürlich immer noch an unseren Support (support@bookmundo.de) wenden. Lass uns in den Kommentaren wissen, welche Tipps dir weiter geholfen haben – oder was dir noch fehlt! Ansonsten warten wir gespannt auf dein Werk!

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