Wie zitiere ich in meinem Buch nach wissenschaftlichen Standards?

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Schreibst du gerade an einer wissenschaftlichen Publikation oder an einem Buch über wissenschaftliche Erkenntnisse für die Allgemeinheit? Gerade die Veröffentlichung wissenschaftlicher Bücher stellen eine Herausforderung für viele Autoren dar. Es gibt vieles zu beachten um am Ende nicht wie Guttenberg dazustehen und sich mit Plagiatsvorwürfen herumschlagen zu müssen. Die Königsklasse des wissenschaftlichen Arbeitens ist die korrekte Zitation, welche wir im heutigen Blogpost mit euch entdecken werden.

Inhalt

Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens
Die wichtigsten Referenzsysteme im Portrait
1. APA
    Beispiele
    Literaturverzeichnis mit APA
2. MLA
3. CMS
    Zitation mit CMS
    Fußnoten mit CMS

Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens

Beim wissenschaftlichen Arbeiten wird eine bestimmte Fragestellung kritisch, objektiv und nachvollziehbar beleuchtet. Oft bezieht man sich in seinen Überlegungen auf vorhergehende Forschung. Hierfür ist eine gründliche Recherche die Basis, denn es ist wichtig, the „state of the art“ zu kennen. Ansonsten schreibt ihr eventuell ein Buch mit vermeintlich „neuen Erkenntnisse“, die längst publik sind. Das Ziel einer wissenschaftlichen Arbeit ist immer ein Erkenntnisgewinn. Dieser erfolgt durch Einordnung, Erweiterung und teils auch Neubewertung des Status quo.

Sobald ihr den State of the Art analysiert habt, könnt ihr an Ausgangspunkte anknüpfen. Hiermit verleiht Ihr eurer Publikation eine wissenschaftliche Relevanz. Bei der Bezugnahme auf bereits vorhandene Erkenntnisse ist es wichtig bei übernommenen Konzepten und Befunden Quellen zu nennen. Gerade bei Zitationen und aber auch bei der Verwendung von Erkenntnissen, Gedanken, Forschung und Theorien anderer, ist es essenziell Quellen anzugeben. Schließlich handelt es sich um das geistige Eigentum anderer.

Die wichtigsten Referenzsysteme im Portrait

Es gibt verschiedene wissenschaftliche Referenzsysteme, die für die verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen weltweit gelten. Die bekanntesten sind APA, MLA & CMS.

1. APA

APA ist die American Psychological Association, die ein umfangreiches Manual zur Zitation in psychologischen Publikationen herausgibt. Die APA Standards werden weltweit in der Psychologie und weiteren Sozialwissenschaften beachtet. Selbst wenn ihr keine Forschungsarbeit veröffentlichen wollt; um wissenschaftlich korrekt zitieren zu können, sind die Richtlinien sehr praktisch.

Beim Zitierstil der American Psychological Association handelt es sich um eine Zitierweise, bei der die Quellenbelege im Gegensatz zur deutschen Zitierweise mit Fußnoten direkt in den Text eingefügt werden. Für die Quellenangaben werden beim APA-Stil der Nachname des Autors und die Jahreszahl angegeben. Bei direkten Zitaten im Text sollte außerdem die Seitenzahl der Fundstelle angegeben werden; bei indirekten Zitaten aus Büchern ebenso um eine besseren Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten.

Beispiel für direkte Zitate

Michel (2004) weist in ihrer Studie darauf hin, dass Kinder im Alter zwischen zehn und siebzehn Jahren „noch keine ausgeprägte Kompetenz im Umgang mit technischen Geräten, wie Smart Phones oder Tablets aufweisen“. (S. 207)

Beispiel für indirekte Zitate

Larsson (2008) macht darauf aufmerksam, dass eine ausgeprägte Kompetenz im Umgang mit technischen Geräten bei Kindern im Alter zwischen zehn und siebzehn Jahren noch nicht ausgeprägt ist.

Zitation mehrerer Autoren

Solle es sich bei der verwendeten Quelle um mehrere Autoren handeln, werden diese im Fließtext durch Kommata oder ein „und“ aufgelistet. In der Klammer werden ebenso Kommata und „&“ verwendet.

Beispiele:

„Magnus und Gustavson (2008) konnten in ihrer Studie zeigen, …

Folgende Forschungsarbeit (Magnus & Gustavson, 2008) lässt erkennen, dass …“

Zitationen von Sekundärliteratur und Internetquellen

Es sollte immer versucht werden, aus den Originalquellen zu zitieren. Sollte dies nicht möglich sein; weil zum Beispiel die Sekundärquelle nicht auffindbar ist, muss die Sekundärliteratur zitiert werden. Dies geschieht in der folgenden Reihenfolge:
Autor/-en des Originalzitats, Jahreszahl, zitiert nach Autor/-en der Sekundärquelle, Jahreszahl, Seitenangabe).

Beispiel für das Zitieren von Sekundärliteratur:

„Text des Zitats.“ (Haagendorn, 1992, zitiert nach Smith, 2011, S. 410).“

Literaturverzeichnis mit APA

Die APA-Normen geben folgende Regeln für das Literaturverzeichnis vor.

Eigenständige Publikationen (Bücher u.a.)

„Nachname, Initiale (Jahr). Buchtitel. Verlagsort(e): Verlag.

Mehrere Autoren werden mit Kommata bzw. mit „&“ aufgezählt, anschließend ein doi.

Beispiele:

„1. Schuster, B. (2017). Pädagogische Psychologie: Lernen, Motivation und Umgang mit Auffälligkeiten. Berlin, Heidelberg: Springer Verlag. doi: 10.1007/978-3-662-48392-3

2. Huber, L., Hellmer, J. & Schneider, F. (2009). Forschendes Lernen im Studium. Aktuelle Konzepte und Erfahrungen. Bielefeld: Universitäts Verlag Webler. doi: 10.3224/978384740127“

Artikel aus Zeitschriften

„Nachname, Initiale (Jahr). Titel des Artikels. Name der Zeitschrift, Band, Seitenzahlen. doi:

Nachname, Initiale (Jahr). Titel des Artikels. Name der Zeitschrift, Jahrgang (Heftnr.), Seitenzahlen. doi / ISBN“

Beispiel:

„Smith, M. (2022). Evaluationsmethoden. Psychologische Experimente, 24, 322–341.“

Sammelbände

„Nachname, Initiale (Jahr). Titel des Beitrages. In Initiale Herausgeber, Initiale Herausgeber & Initiale Herausgeber (Hrsg.), Titel des Buches (S. x). Verlagsort(e): Verlag. doi / ISBN“

Beispiel:

„Naumann, C. E., Smith, J., Meyer, K. & Dierking, D. R. (2000). Self-regulation interventions with a focus on learning strategies. In M. Boekaerts, P.R. Pintrich & M. Zeidner (Hrsg.), Handbook of self-regulation (S. 728-747). San Diego: Academic Press.“

Tagungs- und Kongressbeiträge

„Nachname, Initiale (Jahr). Titel des Beitrages. Initialen Herausgeber (Hg.), Titel des Tagungsbandes (S. x). Titel des Kongresses, Ort. Verlagsort(e): Verlag.“

Forschungsbeiträge

„Nachname, Initiale (Jahr). Titel des Forschungsberichtes (Titel der Forschungsberichtsreiche Nummer). Ort: herausgebende Forschungseinrichtung. doi / ISBN“

Beispiel:

„Rammert, W. (2000). Nicht-explizites Wissen in Soziologie und Sozionik. Ein kursorischer Überblick (Working Papers, TUTS-WP-8-2000). Berlin: Institut für Sozialwissenschaften, Technische Universität Berlin.“

Internetquellen, Homepages und PDF:

„Nachname, Initiale [oder Herausgeber oder Institution) (Publikationsdatum). Titel der Quelle. [bei Bedarf: herausgebende Institution.] Verfügbar unter: vollständige URL.“1

2. MLA

Der MLA-Zitierstil gilt vor allem in den Sprach-, und Kulturwissenschaften als Standard, wird aber auch in anderen Sozialwissenschaften verwendet. Die MLA ist die Modern Language Association (MLA), die sich aus den USA heraus zu einem großen Versuchsverband mit über 25.000 Mitgliedern in über 100 Ländern entwickelt hat. Der Verband hat 2016 seine aktualisierte Zitierauflagen im sogenannten MLA-Handbuch herausgegeben.

Zitationen im Fließtext

„Bei der MLA-Zitierweise spielen Fußnoten keine Rolle – du kannst ihn direkt im Text nach MLA zitieren. Somit ist die entsprechende Quelle jedes Mal, wenn du in deiner Arbeit Informationen wörtlich übernimmst (direkt zitierst) oder in eigenen Wörtern umschreibst (indirekt zitierst/paraphrasierst) anzuführen.

Den Jahresangaben brauchst du dabei keine Beachtung zu schenken. Stattdessen stehen in Klammern der Nachname des Autors und die dazugehörige Seitenzahl. Im dem Fall, dass der Name des Autors bereits im Fließtext geschrieben wurde, braucht man ihn dann in der Klammer nicht mehr zu nennen.

Direktes Zitat 

Noelle Naumann hält fest, dass „der soziale Einfluss einer der Grundvoraussetzung für die Schweigespirale ist.“ (Noelle Nauman, 10)

Die Information findet sich auf Seite 14 der Publikation

Indirekte Zitation 

Im Modell der Schweigespirale wird der soziale Einfluss als eine der Grundvoraussetzungen

postuliert (Noelle Naumann 10). Die Autorin weist darauf hin, dass der soziale Einfluss aus verschiedenen Komponenten besteht. (44)

In diesem Fall steht Noelle Naumann’s Name bereits im Text und muss daher nicht noch einmal in der Klammer erwähnt werden.

Besonderheiten bei Belegen im Fließtext

Stammt eine Literaturquelle von zwei Wissenschaftlern, so werden die beiden Autorennachnamen bei der Quellenangabe im Fließtext mit dem Wort „und“ verbunden: … (Müller und Schneider 47).

Bei drei oder mehr Autoren wird hingegen nur der erste genannt und dahinter die Abkürzung „et al.“ geschrieben:… (Meyer et al. 28).

Möglicherweise zitierst du auch von einem Autor oder einer bestimmten Autorengruppe mehrere Werke. Um hier dann eine klare Unterscheidung zu ermöglichen, raten die MLA-Richtlinien Folgendes: Der Titel des Werkes (gekürzt oder vollständig) wird in die Klammer mit der Quellenangabe eingeschlossen – und zwar in kursiver Schrift oder in Anführungszeichen:

… (Müller Osteoporose-Prävalenz 147).“2

3. CMS

CMS ist das Chicago Manual of Style. Die Richtlinien werden in den Naturwissenschaften, sowie in den Humanwissenschaften verwendet. Im CMS gibt es zwei Formate, die konventionell verwendet werden. Das Autor-Jahr-Format wird häufig in den Naturwissenschaften angewandt, während das Fußnote-Bibliographie-Format eher in der Humanistik üblich ist.

Für die Zitation im CMS werden folgende Informationen zur Quelle benötigt:

  • Autor/-en
  • Buchtitel / Name der Veröffentlichung
  • Erscheinungsjahr / Datum
  • Veröffentlicher (Verlag / Institution)
  • Erscheinungsort
  • Seitennummern
  • URL / ISBN / DOI

Zitation eines Buches

„Zimmer, Gary. 1999. The biological farmer. Chicago: University of Chicago Press“

/ „Beckham, Todd, ed. 1951. The soccer chronicles. Chicago: University of Chicago Press“

Zitation eines Buchkapitels

„Lowell, Frederick. 2006. “Why I Tried: The Mentality Behind a Crime.” In The criminal mind, ed. Frank Alden, 101–2. Chicago: University of Chicago Press“

Zitation eines elektronischen Buches

„Kamp, John C. and Alison Norris, eds. 1987. The lawn mowing guide San Diego: Green Press. http://greenpress.com/lawnmowing/ “

Zitation eines Journalartikels

Fargo, Peter Paul. 2007. The facts of life. Philosophy 126:450-22.

Zitation eines Online-Artikels

„Hennessy, Thomas W., Craig W. Hedberg, Laurence Slutsker, Karen E. White, John M. Besser-Wiek, Michael E. Moen, John Feldman, William W. Coleman, Larry M. Edmonson, Kristine L. MacDonald, and Michael T. Osterholm. 2002. A national outbreak of Salmonella enteritidis infections from ice cream. The New England Journal of Medicine 287, no. 5 (February 6), http://content.nejm.org/cgi/content/abstract/334/20/1281“

Zitation eines Zeitschriftenartikels: 

„Doe, Jane. 2002. What it feels like to be the real Jane Doe.” Reality, May 6.“

Zitation einer Internetseite: 

„Evanston Public Library Board of Trustees. Evanston Public Library strategic plan, 2000–2010: A decade of outreach. Evanston Public Library. http://www.epl.org/library/strategic-plan-00.html“

Fußnoten in CMS 

Für Bücher:

Gary Zimmer, The Biological Farmer (Chicago: University of Chicago Press, 1999), 65.

  • „Todd Beckham, ed., The Soccer Chronicles (Chicago: University of Chicago, 1951), 91–92.“

Für Buchkapitel:

  • „Frederick Lowell, “Why I Tried: The Mentality Behind a Crime,” in The Criminal Mind, ed. Frank Alden (Chicago: University of Chicago Press, 2006), 101–2.“

Für elektronische Bücher:

Für einen Journalartikel (Druck):

  • „Peter Paul Fargo, “The Facts of Life,” Philosophy 126 (2007): 450.“3

Quellen:

https://www.mentorium.de/zitieren-apa-stil-zitierweise-anleitung-beispiele/
https://www.mentorium.de/zitieren-im-mla-stil/
https://de.m.wikihow.com/Im-Chicago-Manual-of-Style-zitieren

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