Sachbuch schreiben ohne Experte zu sein — so geht‘s!

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„Kann ich einen nicht-fiktionalen Text, wie einen Ratgeber oder ein Sachbuch schreiben, obwohl ich kein Experte/keine Expertin bin?” Dies ist eine Frage, die sich angehende AutorInnen häufig stellen und die Antwort lautet ja. Hier erfahrt ihr, warum kein Experte/keine Expertin* zu sein sogar ein Vorteil sein kann sowie 5 Tipps zum Schreiben eines Sachbuches.

* Aus Gründen der besseren Lesbarkeit werden in diesem Artikel an manchen Stellen die männliche Form und das Binnen-I verwendet. Nichtsdestoweniger beziehen sich die Angaben auf Angehörige aller Genderidentitäten. 

Was ist ein Experte?

Experte: Eine Person, die sich auf einem bestimmten Gebiet gut auskennt; Spezialist; Autorität; erfahren und sachkundig in Verfahrensweisen, die eine effiziente Problemlösung ermöglichen. — Langenscheidt.com

Es gibt also keine Faustregel, wie eine bestimmte Menge an Auszeichnungen oder Anzahl an Jahren der Erfahrung ab denen man ein Experte ist. Wenn ihr durch eure Leidenschaft Erfahrung in einem Gebiet gesammelt habt und dieses Wissen sowie eure persönlichen Tipps weitergeben wollt, dann auf an die Schreibmaschine! 

Egal wie weit in der Karriere, eure Erfahrungen können Lesern helfen

Oft finden LeserInnen die Erfahrungen eines Autors und dessen Rat viel relevanter, eben weil dieser nicht ein renommierter Experte, sondern ein nahbarer Mensch ist, der sich auf dem selben Weg wie der Leser befindet. Möglicherweise ist es eine bestimmte Textpassage, die einen bewegt, inspiriert oder einem hilft. Demnach hat das Buch einen Wert für den Leser. Wenn ihr offen und authentisch eure Einblicke erzählt, spricht ihr die Emotionen der LeserInnen direkt an. 

Beispielsweise kann eine junge Frau, die erst durch eine Weltreise das Segeln erlernt hat, eine ganz andere Perspektive zu dem Thema bieten und mit ihren erlebten Höhen und Tiefen beginnende Segler inspirieren. Ebenso kann die Geschichte eines jungen Entrepreneurs über sein Start-up LeserInnen dazu ermutigen selber unternehmerisch zu werden und dadurch neue Kunden an Land ziehen. Auch Social Media Influenzer teilen ihre Einblicke in Form von Ratgebern oder Sammlungen an Erlebnissen und Rezepten. Ein Sachbuch zu schreiben, ohne ein Experte mit Diploma oder jahrelanger Erfahrung zu sein, ist also möglich, denn es kommt nicht zwingend auf das Alter, Thema oder den Grad an Expertise an. 

Egal an welchem Punkt in deinem Leben, du kannst immer neue Dinge lernen, solange du bereit bist als Anfänger zu starten. Wenn du lernst gerne ein Anfänger zu sein, steht dir die ganze Welt offen. — Barbara Sher 

Diese Idee gilt sowohl für AutorInnen als auch LeserInnen. Neugierde und lernen sind oft die Gründe, weswegen wir gerne lesen. 

Wahr oder nicht wahr? Das ist hier die Frage.

Manche SchriftstellerInnen sind sich unsicher, ob ihr Buch der objektiven Wahrheit entspricht. Dies kann eventuell zu einer Schreibblockade führen. Tipps zum Überwinden einer Schreibblockade findet ihr hier.

Doch viele Arten des nicht-fiktiven Schreibens müssen nicht objectiv wahr sein. Zum Beispiel gibt es keinen absoluten Leitfaden zum Verfassen nicht-fiktiver Texte. Es gibt so viele Möglichkeiten Themen zu behandeln, wie es AutorenInnen dazu gibt. Jeder hat eine andere Perspektive und unterschiedliche Tipps. Doch jede Meinung zählt und die eure hilft Lesern eine eigene zu bilden. 

5 Tipps zum Schreiben eines Sachbuches

Es gibt einige Kategorien aus denen ihr wählen könnt. Dazu zählen Autobiographien, Dokumentationen, Fachbücher, Kochbücher, Ratgeber, Reiseführer u.v.m. Jede Kategorie hat ihre Besonderheiten, doch die folgenden 5 Tipps sind eine gute Richtline, um euer Werk zu starten. 

1. Wie ihr die richtige Nische findet

Bei der Themenwahl solltet ihr euch eine Nische suchen, die noch nicht übersättigt ist. Je spezifischer das Thema ist, desto weniger Konkurrenz hat das Buch auf dem Markt. Beginnt daher mit einer Marktrecherche. Diese hilft eine zu euch passende Nische zu finden, die Zielgruppe kennenzulernen und vor allem die Konkurrenz im Auge zu behalten. Mit der Suche nach Schlüsselbegriffen und in der Liste der Genres bei Ravensbuch.de oder Bücherwurm.de könnt ihr herausfinden, welche und wie viele Bücher es zu einem Thema bereits gibt. Wenn es das Thema noch nicht oder nicht so oft gibt, dann ist das eventuell die genaue Nische. 

2. Anhand einer Persona die richtige Zielgruppe adressieren

Einmal die Gattung und Nische gefunden, wird die Zielgruppe definiert. Hier hilft es sich die Leserschaft als Person vorzustellen und ihr eure Geschichte zu erzählen. Gebt dem Charakter einen Namen, Alter, Beziehungsstatus, Beruf, Einkommen sowie Lebensziele, Schwächen, Stärken, Interessen, Hobbies und Erwartungen. Achtet auch darauf welche sozialen Kanäle und Shops von eurer Zielgruppe am meisten besucht werden, denn dies ist wichtig für die spätere Vermarktung und den Vertrieb eures Buches. Mehr Informationen dazu findet ihr in den Blogposts 7 originelle Marketing-Tipps für Self-Publisher und Welche unterschiedlichen Vertriebskanäle stehen mir als Self-Publisher zur Verfügung. 

Beispiel einer Persona mit Zielen, Frustrationen, Persönlichkeitszügen, Werten, Informationsquellen, Hobbies und mehr.

3. Die passende Struktur für euer Buch

Eine Grobgliederung hilft für jeden wichtigen Hauptpunkt ein Kapitel zu definieren und einen roten Faden zu ziehen. Berücksichtigt vor allem das Vorwissen der Zielgruppe: Was muss in dem Buch enthalten sein, damit meine Leser dem Inhalt folgen können? Formuliert in einem ersten Schritt die Überschriften der Hauptkapitel so aussagekräftig, dass eure LeserInnen auf den Inhalt des Kapitels schließen können. Als nächstes gestaltet ihr die Feingliederung und Unterkapitel so, dass ihr einen guten Überblick über den Gesamtumfang des Buches habt. 

4. Einen individuellen Schreibstil kreieren

Der Schreibstil ist ganz persönlich. Er sollte zum Schriftsteller, Thema und zur Zielgruppe passen. Sehr hilfreich ist es Bücher zu analysieren, deren Schreibstil euch gefällt und liegt. Somit könnt ihr in einen Schreibfluss kommen und später kristallisiert sich der eigene Stil heraus. Oft helfen Beispiele, Metaphern und Grafiken eine Balance zu den Fachtermini zu schaffen. Außerdem könnt ihr gerne unser Autorenservice benützen. Hier haben wir eine Liste an Spezialisten für Sachbücher und Korrektorate für euch zusammengestellt. 

Schreibe kurz und sie werden es lesen. Schreibe klar und sie werden es verstehen. Schreibe bildhaft und sie werden es im Gedächtnis behalten — Joseph Pulitzer 

5. Motivation vor Augen führen

Was spornt euch an über ein spezielles Thema zu schreiben? Ist es der Mangel an Wissen in einem Bereich? Eine bestimmte Person die euch inspiriert? Der Wunsch alle Fakten zu vereinen und Überblick zu schaffen? Komplizierte Themen auf verständliche Art anderen nahezubringen? Es gibt viele unterschiedliche Gründe ein Buch zu schreiben und manchmal verschwimmt das Ziel vor Augen. Daher ist es wichtig sich immer wieder die Motivation in Erinnerung zu rufen. Eine beliebte Möglichkeit ist ein Visionboard im Arbeitszimmer aufzuhängen oder vor dem Schreiben sich an einen ruhigen Platz zu setzen und aktiv über die Motivation zu reflektieren. Oft hilft es auch separat vom Buch ein Schriftsteller-Tagebuch zu führen. In diesem könnt ihr eure Fortschritte festhalten, Ziele setzen, zusätzliche Ideen zum Thema notieren und rückblickend erkennen, wie weit ihr schon gekommen seid. 

Wenn ihr Fragen, Kommentare oder Vorschläge für einen Blog habt, zögert nicht, uns zu kontaktieren: support@bookmundo.de

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