Gratuliere! Das Manuskript ist fertig und schon überarbeitet. Das Buch ist also beinahe bereit für die endgültige Veröffentlichung. Das Einzige, was noch auf der To-Do-Liste steht, ist ein attraktiver Umschlag und vor allem der Buchtitel! Doch wie wählt man eigentlich den richtigen Buchtitel?

Diese Entscheidung ist ein wichtiger Teil des Veröffentlichungsprozesses, denn, zusammen mit dem Umschlag, ist der Titel das erste was das Auge trifft. Umso wichtiger ist es also, dass der Buchtitel eingängig ist und des Lesers Neugierde kitzelt. Zudem ist der Titel besonders wichtig für Amazon-Listings, Werbung, den Domain-Namen eurer Webseite und eure Markenbildung. Bei einer so wichtigen Entscheidung möchten wir euch natürlich unter die Arme greifen und mit unseren Tipps dabei helfen, einen guten Titel zu finden. 

Der Buchtitel, eine zweischneidiges Schwert

Die Wahl eines guten Titels hilft bei der Vermarktung eures Buches. Natürlich hängt nicht alles vom Titel ab, andere Faktoren sind ebenfalls sehr wichtig. Doch wie bereits erwähnt, ist der Titel einer der ersten Dinge, die euer Leser sieht. Deshalb muss der Titel vom ersten Augenblick an die Aufmerksamkeit des Lesers auf sich ziehen, sodass dieser schließlich euer Buch kauft!

Damit meinen wir nicht, dass ein schlechter Titel die Verkäufe zwangsläufig reduziert, aber ein überzeugender Titel hebt euer Buch definitiv von anderen ab. Es erleichtert den Verkauf daher um einiges, wenn der Leser allein aufgrund des Titels auf Schritt und Stelle stehen bleibt, um mehr über das Buch zu erfahren. Der Buchtitel bestimmt sofort, was jemand über euer Buch denkt und welche Anforderungen daran gestellt werden. Es ist eine schwierige Entscheidung, denn die Kunst liegt darin, mit wenigen Worten das eigene Buch zu bewerben. Schwierig, doch nicht unmöglich! Und wir helfen euch dabei.

Wie beginnt man mit der Auswahl eines Buchtitels?

Schritt für Schritt. Zunächst einmal müsst ihr euch verschiedene Titel ausdenken, am einfachsten durch ein Brainstorming. Dabei gibt es ein paar Dinge zu beachten.

Belletristik oder Sachbuch? Das ist hier die Frage.

Der Unterschied zwischen dem Buchtitel eines Sachbuches und dem eines belletristischen Buches ist groß. Bei einem Sachbuch steht der Titel oft in direktem Zusammenhang mit dem Inhalt. Wenn ihr beispielsweise ein Buch darüber schreibt, wie man am besten einen Buchtitel wählt, könnt ihr dieses Schlagwort bereits dafür verwenden. Prinzipiell gilt es, das Hauptthema im Titel zu nennen. Bei Sachbüchern ist es besonders wichtig, dass der Leser sofort weiß, worum es in dem Buch geht und es zu seinem Vorwissen oder eventuell mangelnden Wissen zuordnen kann. 

Durch einen Untertitel, als Frage, Satz oder Ausruf formuliert, wird euer Buchtitel noch deutlicher. So weiß der Leser konkret, was er erwarten kann, wenn er mit der Lektüre beginnt. Achtet auch darauf, dass euer Titel nicht zu steif wirkt, denn dadurch entscheidet sich der Leser das Buch eher beiseite zu legen.

Im Gegensatz zu einem Sachbuch müsst ihr bei einem belletristischen Buch nicht preisgeben, worum es in der Geschichte geht. Hier kann der Titel deutlich weniger Information enthalten als ein Sachbuch. Wichtig ist ganz klar zu wissen, auf welchen Genre und welche Zielgruppe das Buch zutrifft.

Brainstorming

Nachdem ihr den Genre und die Zielgruppe eures Buches bestimmt habt, ist daere nächste Schritt, das Brainstorming, schon viel einfacher, denn diese beiden Elemente sind euer Ausgangspunkt. Somit ist die große über einem schwebende Frage “Wo beginne ich?” schon belöst. In eurem Brainstorming stellt ihr eine Liste an Schlagwörtern und Titeln zusammen. Es sollten mindestens 25 mögliche Buchtitel entspringen. Es müssen keine herausragenden Titel sein, aber sie helfen euch Inspiration zu finden und zugleich euer Bauchgefühl zu stärken. Dieser Prozess erinnert einen oft daran, wie man als Kind verschiedene Unterschriften ausprobiert hat. 

Um euch das Brainstorming ein wenig zu erleichtern, haben wir ein paar Titelideen zusammengestellt.

Bücher aus dem selben Genre

Geht zu der Seite eines Online-Shops, Thalia oder Hugendubel zum Beispiel, und anschließend zu dem Genre eures Buches. Dort findet ihr die Buchtitel möglicher Konkurrenten, viel Inspiration und vor allem Hinweise darauf, welche Titel ihr aus Rechtsschutzgründen nicht verwenden dürft. Erstellt daher eine Liste an Titeln, die euch zusagen, und beurteilt deren Struktur, Wortwahl und Länge. Mit dieser Liste könnt ihr schon einen langen Weg gehen.

Buchtitel aus einem Wort

Ihr könnt natürlich auch einen Titel mit nur einem Wort verwenden, der dann groß und präsent auf dem Cover steht. Das ist für einen Interessenten sehr eindrucksvoll und springt sofort ins Auge. Man sieht solche Titel immer öfter, schaut euch zum Beispiel die Buchreihe Rubinrot von Kerstin Gier, Twilight von Stephanie Meyer oder Moonatics von Arne Ahlert an. Oder auch Es von Stephan Kind. Dabei ist es wichtig, dass das Wort sofort etwas über die Geschichte aussagt. Im Beispiel von Kings Buch ist “Es” ganz klar das namenlose Monster, das sein Unwesen treibt. Wenn jedoch eine Geschichte von Autos handelt, kann man nicht einfach das Wort “Fahrrad” auf die Titelseite setzen. Obwohl natürlich ein Fragezeichen (Neugierde) im Kopf des Lesers, gut ist, kann das für den Leser sehr verwirrend und ein Turn-Off sein.

Ein mysteriöser Buchtitel 

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Titel auf einen besonderen Teil der Geschichte zu verweisen. Wenn der Titel am Anfang des Buches noch ein Mysterium ist und der Leser erst zu einem bestimmten Moment erfährt, was genau der Titel bedeutet, ist das ein großer Aha-Moment. Das kennt ihr bestimmt selber! Das Kribbeln und die Aufregung, wenn man den Titel im Buch findet und das Rätsel gelöst hat.

Der Moment, wenn der Buchtitel Sinn ergibt.

Lest also nochmal ganz aufmerksam euer Manuskript durch. Vielleicht haltet ihr den Titel schon in der Hand und müsst ihn nur mehr finden! Ihr könnt eine Liste an Lieblingssätze aus eurem Buch erstellen und überprüfen, ob sie sich als Titel eignen. Ein Beispiel dafür ist der Satz To kill a mockingbird, den Harper Lee als Titel für sein Buch gewählt hat. Das Schicksal ist ein mieser Veräter ist auch ein sehr gutes Beispiel. In diesen 6 Wörtern steckt der ganze Schmerz aus der Liebesgeschichte zwischen Hazel und Gus und erinnert stark an Hazels Abschiedsrede.

Wichtig ist jedoch, dass, auch bei einem anfangs mysteriösen Titel, der Leser ungefähr ein Idee oder Vermutung davon hat, um welchen Genre es sich handelt. 

Verwendet den Schauplatz

Ihr könnt auch den Schauplatz der Geschichte als Inspiration nützen. Wenn der Schauplatz sehr außergewöhnlichen oder ein wichtiger Teil der Geschichte ist, sollte er als Buchtitel unbedingt in Frage kommen. Denkt zum Beispiel an das Buch Der Zauberer von Oz von L. Frank Baum. 

Die Hauptfigur, Vertreter der Buchtitels

Dies ist eine Wahl, die viele Autoren im Laufe der Literaturgeschichte getroffen haben. Ihr kennt bestimmt die Bestseller Harry Potter von J.K. Rowling und Jane Eyre von Emily Brontë. Ihr könnt natürlich die Hauptfigur auch nur beschreiben, anstatt ihren Namen zu nennen, wie in Der Bücherdieb von Marcus Zusak oder Der Marsianer von Andy Weir. Letzteres Buch wurde übrigens von einem Selfpublisher geschrieben und veröffentlicht!

Den Buchtitel konkretisieren

Wenn ihr mit dem Brainstorming fertig seid und eine ordentliche Liste an Titeln zusammengestellt habt, ist es an der Zeit, den besten Titel zu wählen. Das ist vielleicht leichter gesagt als getan, denn die Liste kann lang sein. Das wirft die Frage auf: Wie wählt man aus dieser Liste den richtigen Buchtitel aus?

Bleibt kritisch 

Bei einer langen Liste, ist es gut, als erstes einige Favoriten herauszunehmen. Die Titel, die euch wirklich ansprechen und von denen ihr denkt, dass sie auch für einen potenziellen Leser interessant scheinen. Ihr könnt auch einige Titel zusammenführen und schauen, ob sich daraus ein besserer Titel ergibt. Aber Vorsicht bei zu langen Titeln, denn diese sind schwerer zu merken. Besonders bei der Vermarktung eures Buches ist es wichtig, dass der Titel leicht zu gebrauchen ist. Rezensenten werden z.B euren Buchtitel in den Titel des Rezensioneintrages einfügen. Fans posten online Beiträge zu eurem Buch anhand eines Hashtags, wie z.B #buchtitel. Und vor allem sollte man den Titel mehrmals aussprechen können, ohne, dass es nach einer Weile mühsam wird (oft der Fall, wenn er zu lang ist). Das beste Rezept bleibt: kurz und präzise, so ist es einfach zu merken. 

Ziel ist es, nun 5 bis 10 Titel aus eurer Liste zu behalten. Bleibt daher beim Löschen von Titeln kritisch. Sagt euch der Titel, worum es im Buch geht oder welcher Genre es ist? Klingen die Titel gut, wenn man sie laut vorliest? Welche ist am einfachsten auszusprechen, klingt flüßig und ist in einer Konversation leicht zu verstehen und zu merken?

Da ihr Selfpublisher seid, habt ihr auch alle kreativen Rechte an dem Buchcover. Schaut also auch, wie der Titel auf dem Cover wirkt. Ist er einfach zu formatieren? Passt er zum Design und ist für den Leser auch visuell einprägsam?

Wie gut kann jemand meinen Buchtitel im Internet finden?

Heutzutage kaufen Leser Bücher über das Internet oder holen sich online Tipps für den neuen Lesestoff. Deshalb ist es eine gute Taktik, einen Buchtitel zu haben, der anderen nicht ähnelt. Dadurch erscheint allein euer Buch, wenn jemand danach googlet. Ist euer Titel allerdings einem anderen Buch sehr ähnlich, schlägt Google beide vor und ein Interessent klickt wohlmöglich auf das andere Buch.

Um euren Buchtitel zu stärken, gilt hier das Schlagwort SEO (Search Engine Optimization). Suchmaschinenoptimierung macht es leichter, euer Buch im Internet zu finden. Alles was ihr zu SEO-Taktiken wissen müsst, haben wir hier zusammengestellt

Feedback von der Zielgruppe

Eine praktische Art euren Titel zu testen, besteht darin, eure Zielgruppe und Leserschaft, um Feedback zu bitten. Wenn ihr beispielsweise ein Fantasy-Buch schreibt, könnt ihr Fantasyfans fragen, ob euer Buchtitel für sie interessant klingt oder welcher ihnen aus zwei Möglichkeiten besser gefällt. Beginnt bei eurer Familie und Freunden. Ihr könnt auch einer Facebook-Gruppe beitreten, die sich an Fantasyleser richtet und dort um Rat oder Abstimmung bitten. Wenn ihr bereits eine Community auf Social Media habt, könnt ihr auch über Instagram eine Umfrage starten. Das ist nicht nur sehr aufschlussreich, sondern auch großartiges Marketing! Die Spannung bei euren potentiellen Lesern steigt und sie haben das Gefühl Mitwirkende eures Werkes zu sein. 

Toi, toi, toi!

Wir wissen, es dauert einige Zeit, den richtigen Buchtitel auszuwählen und das ist auch gut so, denn der Titel sollte wohl überlegt sein. Doch wir hoffen, dass wir euch inspirieren und helfen konnten, sodass das große Fragezeichen bei den Punkt Buchtitel auf eurer To-Do-Liste nicht mehr so groß scheint. 

Zusammenfassend ist es wichtig, dass euer Buchtitel für den Leser eingängig und an einen Genre gebunden ist sowie Information über die Geschichte enthält. Das vereinfacht die Werbung für euer Buch um einiges. Möchtet ihr mehr über weitere Aspekte des Buchmarketings erfahren? Schaut euch gerne unsere Tipps an, wie ihr euren Buchverkauf durch Marketing ankurbeln könnt

Viel Erfolg!

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