Wir haben mehrere bekannte Buchblogger um Tipps für das Schreiben guter Rezensionsanfragen gebeten, um diese mit euch teilen zu können. Wichtige Themen sind unter anderem:

1. Die Anrede bei Rezensionsanfragen
2. Recherche für die Rezensionsanfragen betreiben
3. Rezensionsanfragen von Self-Publishern
4. Rechtzeitig die Rezensionsanfragen verfassen
5. “Rezensionsanfragen können derzeit nicht angenommen werden”
6. Merkmale einer guten Rezension
     Fazit

Ihr habt euer Buch geschrieben, nun müssen die Leute es nur noch lesen wollen. Dafür gibt es unzählige Marketing-Elemente. Neben den offensichtlichen wie zum Beispiel:
– Buchcover und Klappentext
– einer Pressemitteilung
– Werbeaktionen
gibt es noch weitere, nicht ganz so offensichtliche Elemente.
Eines davon sind die Buchrezensionen. Wenn ihr darüber nachdenkt, wie euer Kaufvorgang online ist, dann schaut ihr höchstwahrscheinlich oft auf die Bewertung des entsprechenden Produktes. Wichtige Fragen die ihr euch dabei vermutlich stellt sind:

  • Wie viele durchschnittliche Sterne hat ein Produkt?
  • Was sagen die Käufer, die das Produkt schlecht bewertet haben?
  • Was sagen die Käufer, die begeistert von dem Produkt waren?
  • Kann man diesen Rezensionen überhaupt trauen? (gekaufte/falsche Rezensionen)

Ihr seht, ein Produkt an sich muss gut dargestellt werden, doch oftmals ist auch die Meinung und Erfahrung von anderen ausschlaggebend für die Kaufentscheidung. Nur was macht ihr, wenn euer Buch erst vor der Veröffentlichung steht, oder frisch veröffentlicht wurde und ihr bis jetzt noch keine Rezensionen von Kunden besitzt? Wie können Kunden dann entscheiden, ob dieses Buch auch wirklich kaufenswert ist, ohne Erfahrungen von anderen Kunden lesen zu können?
In diesem Fall könnt ihr sogenannte Buchblogger anschreiben und nach Rezensionen fragen. Diese Buchblogger sind meistens lesebegeisterte Menschen, die in ihrer Freizeit auf Anfrage hin Bücher lesen, eine persönliche Rezension schreiben und diese dann auf deren Blog veröffentlichen.

Diese Rezensionen könnt ihr dann als Marketing-Element benutzen, um mit den sozusagen “urteilenden” Worten von fremden Menschen für euer Buch zu werben. Je bekannter bzw. erfolgreicher der Buchblogger, desto vertrauenswürdiger erscheinen auch die verfassten Rezensionen. Schließlich sollen diese unparteiisch verfasst werden, sodass lediglich das Buch und dessen Inhalt rezensiert werden kann. Eine Rezension von einem Familienmitglied oder einem guten Freund wird vermutlich positiver ausfallen, da eure Beziehung zu diesen Menschen deren Rezension beeinflussen wird. Ein Buchblogger hingegen kennt euch höchstwahrscheinlich noch nicht und wird sich so rein auf euer Buch konzentrieren können. Deshalb sollte euch auch klar sein, dass nicht jede Rezension überwiegend positiv ausfallen muss.

Um jedoch so eine Rezension als Aushängeschild für euer Buch benutzen zu können, benötigt ihr erstmal eine Zusage von einem Buchblogger. Denn wie oben bereits erwähnt, verfassen diese ihre Rezensionen in deren Freizeit; sprich sie werden nicht jede freie Minute mit dem Rezensieren eures Buches verbringen wollen und können. Hinzu kommt noch, dass nicht nur ihr, sondern unzählige Menschen nach einer Rezension fragen werden, ihr also positiv aus der Masse herausstechen müsst.

Was also ist das Erfolgsrezept für das Verfassen solch einer Anfrage?

1. Die Anrede bei Rezensionsanfragen

Kerstin und Janna, welche den Blog „KeJas-BlogBuch“ betreiben waren so freundlich, ihre Tipps mit uns zu teilen. Überhaupt nicht begeistert sind die beiden (und Blogger allgemein) von sogenannten Massenmails. Diese sind daran zu erkennen, dass eine sehr unpersönliche Anrede und ein enorm fordernder Ton verwendet wird. Geht also bitte sicher, dass ihr euch über die Namen der Buchblogger informiert. Diese sind meistens im Impressum zu finden, denn “generell die Anrede macht vieles aus.” Somit kommt ihr nicht unpersönlich rüber und impliziert zudem, dass es euch wirklich wichtig ist, dass eure Anfrage von genau diesem Blogger angenommen wird. Schließlich schmeichelt man einem Buchblogger eher wenig, ihr nicht nach dem Prinzip “So viele wie möglich mit dem kleinst möglichen Aufwand anschreiben, dann wird sich schon einer für meine Anfrage Zeit nehmen” lebt.

2. Recherche für die Rezensionsanfragen betreiben

Tanja Röbke, die den Buchblog „Der Duft von Büchern und Kaffee“ besitzt hat uns ein paar ihrer Ratschläge geschrieben:
Bevor ihr eure Rezensionsanfrage an einen Buchblogger schreibt, solltet ihr euch auf jeden Fall mit dem Buchblogger und dessen Interessen auseinandersetzen. So könnt ihr herausfinden, ob euer Buch und das Genre überhaupt in das Blogprofil des angeschriebenen Bloggers passt. Durch das Informieren im Voraus könnt ihr auch eventuelle Gemeinsamkeiten und Interessen entdecken, welche ihr dann in eure Rezensionsanfrage mit einbinden könnt. „Das schafft erste Sympathiepunkte. So kann auch schon im Vorfeld ausgemacht werden, ob der Lesegeschmack des Bloggers zum Buch des Autors/der Autorin passt.“

Dem stimmen auch Kerstin und Janna zu, denn schließlich lesen die meisten Blogger “sehr abwechslungsreich, aber eben nicht alles.” Nicht immer ist es ganz ersichtlich, welche Genres bevorzugt werden und welche überhaupt nicht erwünscht sind, dennoch zahlt sich diese Mühe meistens aus! Schließlich ist es recht offensichtlich, dass einem die Mühe einer kleinen Recherche im Vorhinein nicht wert war, wenn man einem Blogger mit dem Fokus auf Fantasy eine Rezensionsanfrage für einen Thriller zukommen lässt.

3. Rezensionsanfragen von Self-Publishern

Nicht jeder Buchblogger akzeptiert Anfragen von Self-Publishing-Autoren und dies sollte man respektieren. Wenn ihr jedoch einen gefunden habt, der Self-Publishern gegenüber offen eingestellt ist, dann gibt es dennoch einiges zu beachten.
Wie so oft zählt der erste Eindruck und zu dem gehört auch das Buchcover. Deswegen ist es wichtig, dass eure Rezensionsanfragen jeweils das Cover eures Buches beinhalten. Oft sind es die Kleinigkeiten, fast schon Banalitäten, die einen Einfluss auf die Entscheidung haben. Weshalb ihr auch sicher gehen solltet, dass das Cover sofort beim Lesen der Mail ersichtlich ist und nicht erst als Anhang heruntergeladen werden und dann zusätzlich noch geöffnet werden muss. Diese Schritte dauern zwar nicht lange, auf eine große Masse bezogen sollte jedoch verständlich sein, dass eine übersichtliche Rezensionsanfrage allein dadurch bereits positiv herausstechen kann. Zudem sollte dieses Cover professionell aussehen, denn oft kann ein schlecht gestaltetes Cover schon Grund genug sein, euch für die Anfrage eine Absage zu erteilen.

Ebenfalls beachten solltet ihr, dass der Klappentext eures Buches NIE ganz oben angeführt wird, ihr dafür aber eine kleine und kurze Beschreibung eures Buches und über euch selbst anführen könnt. Zudem sollten die Rezensionsanfragen eine persönliche Note besitzen. Ihr sollt also nicht nur bei der Anfrage zeigen, dass ihr euch über den jeweiligen Blogger informiert habt, sondern dass das Anschreiben allgemein nicht einfach nur schnell und in Eile verfasst wurde.

Für die Self-Publisher, die ihr Buch lediglich als ePub bzw. E-Book veröffentlicht haben gilt zudem: Nicht jeder Buchblogger kann oder möchte E-Books lesen und rezensieren. Auch hier gilt, diese Entscheidung von den jeweiligen Bloggern zu akzeptieren und sich bereits im Vorfeld diesbezüglich zu erkundigen.

4. Rechtzeitig die Rezensionsanfragen verfassen

Wenn euer Buch während einer bestimmten Jahreszeit spielt ist es vorteilhaft eure Anfrage rechtzeitig abzuschicken. Findet die Handlung eures Buches zum Beispiel hauptsächlich während dem Herbst statt, so ist es ratsam, die Rezensionsanfragen mehrere Wochen VOR Herbstbeginn zu versenden. Schließlich kann es einige Wochen dauern, bis ein Buch durchgelesen und eine entsprechende Rezension verfasst wurde. Zudem ist der Herbst die Hauptlesezeit, also könnt ihr euch bestimmt auch vorstellen, dass nicht nur ihr alleine, sondern viele Autoren gerne für diese Zeit eine Rezension erhalten würden.

Abgesehen von den Jahreszeiten kommt es auch auf das Genres des Buches an.
Koch- und Backbücher benötigen für gewöhnlich eine längere Bearbeitungszeit, da die Blogger selbstverständlich gerne auch das ein oder andere Rezept nachkochen/-backen möchten.

5. “Rezensionsanfragen können derzeit nicht angenommen werden”

Natürlich ist es ärgerlich, wenn euer Favorit unter den Buchbloggern zur Zeit keine Rezensionen verfassen möchte/kann, doch solltet ihr das respektieren und akzeptieren. Eine Email mit dem Wortlaut “ich weiß Sie nehmen keine an, aber..” wird nicht viel ausrichten und ist für den jeweiligen Empfänger lediglich nervig.

Bedenkt bitte immer, dass die meisten Buchblogger das Lesen und Beurteilen von Büchern als ein Hobby ausüben; neben deren Beruf. Somit solltet ihr auch Verständnis dafür aufbringen, wenn es mehrere Wochen dauert, bis euer Buch rezensiert wurde.

6. Merkmale einer guten Rezension

Ina Fösel, welcher der Blog Ina’s Little Bakery gehört, war so freundlich uns noch zu verraten, was eine gute Rezension inhaltlich alles beinhalten sollte. So wisst ihr, ob ihr nach eurer gelungenen Rezensionsanfrage auch eine verwertbare Rezension erhalten habt!

“Eine Rezension sollte vor allem immer ehrlich und sachlich sein.

Man sollte, in höflicher Form, hervorheben, was einem an einem Buch besonders gut gefallen hat und was man weniger mochte. Dabei darf und sollte man jedoch immer im Hinterkopf haben, dass Meinungen zwar subjektiv sind, aber ein Buch trotzdem immer objektiv betrachtet werden sollte. Denn nur weil es mir gefällt oder nicht gefällt, können das andere Leser ja komplett anders empfinden.

Deshalb sollte man sachlich bleiben. Natürlich dürfen auch die beim Lesen erlebten Emotionen mit hineinspielen, aber sie sollten nicht die Oberhand gewinnen.”

Zudem gehört in eine Rezension “eine gute, knappe, spoilerfreie Zusammenfassung des Inhalts in eigenen Worten. Ein paar Worte zum Schreibstil, zu den Figuren, zum Worldbuilding, zum Spannungsbogen. Je nach Genre gibt es da natürlich viele Möglichkeiten. Ein kurzes Fazit am Ende ist auch immer ganz schön, weil es in wenigen Worten nochmal Aufschluss gibt, was das Buch besonders macht.”

Fazit

Zeigt, dass es euch wichtig ist, von genau diesem bestimmten Buchblogger eine Rezension zu erhalten. Macht daher unbedingt eine Recherche im Voraus, um gewisse Gemeinsamkeiten etc. als nebensächliche Bemerkungen einfließen zu lassen. Dies hebt euch zum einen von der Allgemeinheit ab, signalisiert dem Blogger jedoch auch, dass ihr euch über ihn erkundigt habt.

Versendet eure Rezensionsanfragen rechtzeitig.

Zu guter Letzt: Habt Verständnis, falls ihr einmal eine Absage erhaltet und lasst euch dadurch nicht entmutigen!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Fill out this field
Fill out this field
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
You need to agree with the terms to proceed

Menü